Silvesterfeuerwerk: Böllerverbot statt verängstigte Tiere

Eine Drohnenshow stellt an Silvester eine umweltfreundliche und leise Alternative zu Raketen und Böllern dar. (Copyright: Nora Preisger/DUH)

Zum Jahreswechsel appelliert der Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes an alle Feierlustigen, auf das Zünden von Feuerwerkskörpern zu verzichten. Als Mitglied eines von der Deutschen Umwelthilfe (DHU) initiierten Aktionsbündnisses unterstützt der Deutsche Tierschutzbund zusammen mit seinem Haustierregister Findefix zudem die Forderung nach einem bundesweiten Böllerverbot an Silvester. Auch die oftmals schon Tage vor dem 31. Dezember gezündeten Raketen und Knaller lösen bei vielen Tieren Stress und Angst aus.

„Während Menschen mit Raketen und Knallern das neue Jahr begrüßen, lösen der ohrenbetäubende Lärm, der Brandgeruch und blitzende Lichter am Himmel bei vielen Tieren Todesangst aus“, sagen Landesvorsitzender Andreas Lindig und Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund, und empfeheln, mit Blick auf die Haus- und Wildtiere, das Böllern zu unterlassen. Hunde verkriechen sich zitternd in der hintersten Wohnungsecke und trauen sich manchmal sogar Tage danach kaum aus dem Haus. Freigängerkatzen fliehen in Panik und finden nicht mehr zurück. Aufgeschreckte Wildtiere verlassen mitten in der Nacht unter erheblichem Stress ihre Schlafplätze. Auch Schweine, Kühe oder Schafe und insbesondere Pferde reagieren empfindlich auf die plötzlich lauten Geräusche und grellen Lichtblitze und können sich verletzten, wenn sie in Panik versuchen zu fliehen.

Silvester-Tipps für Tierhalter

Für die Tage rund um Silvester empfehlen die Tierschützer, Hunde beim Gassigehen an der Leine zu lassen. Katzen bleiben in der Zeit sicherheitshalber im Haus. Die Kennzeichnung und eine anschließende Registrierung der Tiere geben Sicherheit, sollte das Tier doch einmal entlaufen oder nicht nach Hause finden. Halter von kleinen Heimtieren und Vögeln können Gehege und Volieren in einem möglichst ruhigen Raum und mit einiger Entfernung zum Fenster unterbringen und mit einem Tuch abdecken. Außengehege sollten gegen einfallende Feuerwerkskörper gesichert sein. In der Wohnung sollten Tierhalter alle Fenster, Türen und Rollos schließen, damit der Lärm und die Lichtblitze etwas gedämpft werden. Ein laufender Fernseher oder Musik können helfen, Außengeräusche zu überdecken. Je nach Tierart dienen Körbchen, Kuschelhöhle, Kleintierhäuser und Co. als Rückzugsort. „Insbesondere Hunde und Katze sollte man nicht allein lassen, weil „ihre“ Menschen den Tieren Sicherheit geben. Auch, wenn ein Tier sich verkriecht, was man respektieren sollte, wirkt die Anwesenheit des Menschen stressmindernd“, so Gerlach. „Wichtig ist, dass man selbst entspannt mit den Tieren umgeht, um ihre Angst nicht zu verstärken.“

Aktionsbündnis fordert böllerfreies Silvester

59 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen sprechen sich für ein Verbot von Böllern und Raketen an Silvester aus – zu Gunsten des Tierschutzes, aber auch aus Umweltschutz- und Sicherheitsgründen. In einem offenen Brief fordert der Deutsche Tierschutzbund in einem breiten Aktionsbündnis aus Umwelt-, Verbraucher-, Tierschutz-, und Gesundheitsorganisationen sowie der Gewerkschaft der Polizei Bundesinnenministerin Nancy Faeser zum Handeln auf. Tierfreunde können auf der Website der Deutschen Umwelthilfe mit ihrer Stimme unterstützen: https://mitmachen.duh.de/boellerfrei/

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