Deutscher Tierschutzbund

Thomas Schröder weiter Vorsitzender

15.09.2019

Foto: TSB

Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn haben die Delegierten der Mitgliedsvereine Thomas Schröder als Präsident wiedergewählt. Schröder steht dem Dachverband seit 2011 vor. Auch die Vizepräsidentinnen Dr. Brigitte Rusche und Renate Seidel gehen in eine weitere vierjährige Amtszeit. Schatzmeister wurde erneut Jürgen Plinz.

In seiner Eingangsrede forderte Thomas Schröder ein „Ende der Freiwilligeritis in der Agrar- und Tierschutzpolitik“. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes erinnerte Julia Klöckner an ihre gestalterische Verantwortung: „Sie ist Ministerin und nicht Moderatorin der ökonomischen Nutzerinteressen.“ Schröder betonte die Geschlossenheit der Tierschützer im Deutschen Tierschutzbund und verwies darauf, dass man gemeinsam einen gesellschaftlichen Wandel und eine stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Tierschutzfragen erreicht habe. Thomas Schröder mahnte in Richtung Bundesregierung, den Blick für das „große Ganze“ im Tierschutz nicht zu verlieren und notwendige Strategien und Maßnahmen zeitnah anzugehen. „Wir erleben, dass die Politik Probleme und Lösungen immer kleinteiliger diskutiert. Großen Fragen wird ausgewichen. Wir Tierschützerinnen und Tierschützer haben die letzten Jahre immer Dialogbereitschaft, ja auch Kompromissbereitschaft bewiesen, wenn es um Schritt-für-Schritt-Lösungen ging, um voranzukommen. Dialog und Kompromissbereitschaft, am Ende auch Vertrauen und Verlässlichkeit, sind jedoch keine Einbahnstraße“, so Schröder. „Die verantwortlichen Politiker sind dringend gefordert, dem gesellschaftlichen Wunsch nach mehr Tierwohl und dem Staatsziel Tierschutz gerecht zu werden.“ Insbesondere die Verlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration und des Kükentötens sowie das staatliche Tierwohlkennzeichen standen erneut heftig in der Kritik der Tierschützer. Ebenso wurden lange Lebendtiertransporte und Billigpreise für Fleisch und tierische Produkte angeprangert.

Kein Recht auf Billgfleisch

„Es gibt kein Menschenrecht auf Billigfleisch“, betonte Schröder. Er bezeichnete die bestehenden Missstände als Teil eines kaputten Systems, das bereits mit der Zucht beginnt. Das notdürftige Herumflicken daran, als ginge es bloß um kleinteilige Probleme, könne auf keinen Fall mehr ausreichen. Beim Thema Tierversuche wies der Tierschutzbund-Präsident darauf hin, dass Deutschland die EU-Vorgaben noch immer nicht umsetzt, weshalb sogar ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet wurde. „Auch hier braucht es den Blick für das große Ganze: Statt weiter Milliarden Fördergelder in die traditionelle Forschung mit Tieren zu investieren, braucht es endlich mehr Geld für alternative, tierleidfreie Methoden und eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen.“

Ehrenamt stärken

Im karitativen Tierschutz betonte Schröder das Engagement der Mitgliedsvereine für Welpen aus illegalem Handel, für „problematische“ Hunde, für Straßenkatzen und exotische Tiere, die vermehrt abgegeben werden, sowie für alle Tiere, die in den Tierheimen eine liebevolle Bleibe auf Zeit finden. Kritik äußerte Schröder auch hier an den verantwortlichen Politikern und Kommunen, die diese Aufgaben allein den gemeinnützigen Vereinen auflasten und selbst untätig bleiben. Um die Tierschutzvereine zu stärken, stehen die Themen „Professionalisierung“ und „Stärkung des Ehrenamtes“ weit oben auf der Agenda des Dachverbandes. Der Deutsche Tierschutzbund hat deshalb ehrenamtliche Finanzberater ausgebildet, die die Mitgliedsvereine bei den Verhandlungen mit den Kommunen unterstützen. „Erste Erfolge sind bereits sichtbar“, sagte Schröder.

„Auch wenn wir nach wie vor feststellen müssen, dass noch zu viele Bürgermeister die Tierschützer vor Ort zu Bettlern degradieren.“ Als Dachverband unterstützt der Deutsche Tierschutzbund die Vereine vor Ort auch ganz direkt: Aus dem letzten Haushalt flossen 1,1 Millionen Euro aus dem Bauhilfefonds und weitere Hunderttausend Euro als direkte Zuschüsse an die Vereine. 


Kontakt

Deutscher Tierschutzbund
Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

Gotenstraße 39 / 54293 Trier
Tel. 06 51 5 37 98 / Fax 06 51 5 61 02 61
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