Deutscher Tierschutzbund

Ende des Tierhandels über Ebay-Kleinanzeigen!

15.09.2019

Foto: TSB

Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an ebay Kleinanzeigen, die Option zum Handel mit lebenden Tieren sofort einzustellen. Die Online-Plattform ermöglicht unseriöse Verkäufe ebenso wie nicht sachkundige Spontankäufe, die das Tierwohl massiv gefährden.

Menschen, die sich ein neues Tier zulegen wollen, rät der Deutsche Tierschutzbund deshalb dringend von der Nutzung von ebay Kleinanzeigen ab. Stattdessen sollten Tierfreunde sich an Tierheime wenden, bei denen die eigentliche Vermittlung mitsamt persönlicher Beratung vor Ort geschieht. 

ebay Kleinanzeigen öffnet dem illegalen Tierhandel Tür und Tor. Käufer können die Identität der Händler online kaum überprüfen, ebenso wenig die bisherige Geschichte des Tieres. Nicht selten kommt es zu bösen Überraschungen im Nachhinein, etwa wenn der neue Welpe plötzlich krank ist, weil er aus illegaler Zucht im Ausland stammt“, sagt Lisa Hoth, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Hoth empfiehlt, online lieber auf den Internet- und Facebookseiten von Tierschutzvereinen und Tierheimen nach einem Tier zu schauen, um sich anschließend vor Ort beraten zu lassen und das Tier vorab kennenzulernen. Anders als im Tierheim fehlt bei ebay Kleinanzeigen eine Beratung zu den Bedürfnissen der betreffenden Tierart und des individuellen Tieres. Zudem werden die Tiere meist zu Spottpreisen angeboten, sodass die Hemmschwelle zum unüberlegten Spontankauf sehr gering ist. Dies birgt die Gefahr, dass ein Tier sein Leben lang unter mangelhaften Haltungsbedingungen leiden muss oder es – wenn die Erwartungen des Käufers nicht erfüllt werden – im Tierheim abgegeben oder ausgesetzt wird. 

ebay Kleinanzeigen bleibt bisher untätig

Der Deutsche Tierschutzbund hat ebay Kleinanzeigen in der Vergangenheit bereits mehrfach auf die Problematik aufmerksam gemacht und entsprechende Gespräche geführt. Für ebay Kleinanzeigen gehören Tiere aber zum typischen Kleinanzeigen-Angebot dazu; das Unternehmen weigert sich bislang, die Option für Tierverkäufe aufzugeben. Zudem hält das Portal die Barrieren für eine Registrierung der Verkäufer laut eigener Aussage weiter bewusst gering, man folge dem ‚Grundsatz der Einfachheit‘.

„Tiere sollten aber nicht möglichst einfach ver- und gekauft werden können. Hier fehlt jedes Verantwortungsbewusstsein für Lebewesen“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Gerade weil Firmen wie ebay Kleinanzeigen keine Einsicht zeigen, ist der Gesetzgeber gefordert, das Staatsziel Tierschutzendlich auch online geltend zu machen - mit einem Verbot des Tierhandels im Internet.“ Mindestens müsse der Onlinehandel mit Tieren gesetzlich geregelt, also beispielsweise die Anonymität der Händler aufgehoben und eine Erlaubnispflicht für Händler und Betreiber von Internetbörsen Pflicht werden. Offline ist dies längst Standard.


Kontakt

Deutscher Tierschutzbund
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Gotenstraße 39 / 54293 Trier
Tel. 06 51 5 37 98 / Fax 06 51 5 61 02 61
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