Preispolitik auf dem Rücken der Tiere

14.05.2016

Der Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes kritisiert die Preispolitik der Lebensmitteldiscounter Aldi und Norma, die ihre Preise für konventionelle Milch und Bio-Milch aktuell gesenkt haben. Aus Tierschutzsicht senden die Discounter damit ein falsches Signal in Richtung Verbraucher, da der Preiskampf in erster Linie auf Kosten der Tiere geht. Auch Landwirte kämpfen aufgrund des ruinösen Milchpreises um ihre Existenz, was dringend notwendige Investitionen in der Tierhaltung unmöglich macht.

Aldi und Norma haben ihre Preise für konventionelle Milch um 13 Cent bzw.25 Prozent pro Liter gesenkt. Bei der Bio-Milch von Aldi Nord und Süd sank der Preis um acht Cent. Auch andere Molkereiprodukte, wie Butter, Quark, saure Sahne, Joghurt und Käse, wurden billiger. Doch jede Preissenkung senkt das Tierschutzniveau. Handel und Discounter müssen daher endlich ihre ethische Verantwortung wahrnehmen und auf tierische Produkte zu Billigpreisen verzichten. Denn darunter leiden nicht nur Milchkühe, sondern alle Tiere in den Ställen.

Tiere leiden unter dem Preiskampf

Milchkühe verbringen meist ihr ganzes Leben im Stall, circa ein Drittel der Milchkühe sogar noch in Anbindehaltung. Die Möglichkeit sich zu bewegen, bequem zu liegen oder mit Herdenmitgliedern in engeren Kontakt zu treten, bleibt den angebundenen Tieren verwehrt. Die Tiere selbst müssen immer mehr Leistung bringen, um wirtschaftlich rentabel zu sein: Lieferte eine Kuh im Jahr 1995 im Durchschnitt bereits 5.400 Kilogramm Milch pro Jahr, so sind es heute knapp 8.000 Kilogramm. Als Folge dieser hohen Milchleistung leiden die Kühe häufig an Stoffwechselstörungen, Euterentzündungen oder Klauenerkrankungen. Auch die Lebenserwartung der Tiere verkürzt sich deutlich.

(Foto: Tierschutzbund)


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