Vegan und vegetarisch im neuen Jahr

10.01.2015

Noch nie wurde so viel Fleisch verzehrt und wurden Tiere so sehr ausgebeutet wie heute. Gleichzeitig wächst in Deutschland die vegane und vegetarische Gemeinschaft. Warum also im neuen Jahr weniger Fleisch verzehren oder sich vegan/vegetarisch ernähen?
Denn letztlich hat der Verbraucher die Macht: mit seinem Konsumverhalten kann er die Situation der Tiere in der Landwirtschaft in Deutschland mit beeinflussen und somit ein Zeichen für mehr Tierschutz setzen. Die Herstellung von Fleisch, Milch und Eiern hat heute mit Bauernhofromantik nicht mehr viel gemein. Tiere in der Landwirtschaft haben oft nur noch einen Preis und keinen Wert mehr. Sie werden in die Haltungssysteme hineinmanipuliert, anstatt dass diese an die Bedürfnisse der Tiere angepasst werden: Rinder werden meist generell enthornt, Schweinen wird der Schwanz kupiert und Legehennen, Puten und Moschusenten der Schnabel gekürzt. Gewinnmaximierung ist auch in der Tierzucht oberstes Ziel.
Ergebnis sind rekordverdächtige hohe Leistungen, die allzu oft erhebliche Leiden für die Tiere bedeuten. So erreichen Masthühner ihr Schlachtgewicht heute in nur sechs Wochen, doppelt so schnell wie vor drei Jahrzehnten. Durch die einseitige Überzüchtung der Tiere kann das Knochenwachstum nicht mehr mit dem schnellen Muskelzuwachs Schritt halten. Bis zu 50 Prozent aller Tiere leiden unter Knochen- und Gelenkproblemen, bis hin zu schweren Deformationen. Die heute zur Mast eingesetzte Pute wiegt das Dreifache der Wildform und weist dementsprechend sehr ähnliche Probleme wie die Masthühner auf. Legehennen können etwa 300 Eier pro Jahr legen - mehr als das Fünffache ihrer Vorfahren. Als Folge leiden sie oftmals an schmerzhaften Eileiterentzündungen und verstärkter Brüchigkeit der Knochen.
Letztlich ist das Ersetzen tierischer Produkte durch pflanzliche der konsequenteste Weg hin zu mehr Tierschutz in der Landwirtschaft. Es gibt viele Möglichkeiten, sich fleischlos und ausgewogen zu ernähren. Dank einer Vielzahl veganer und vegetarischer Kochbücher wie auch der großen Menge an frei zugänglichen Rezepten im Internet ist die Auswahl an schmackhaften Alternativen nahezu unbegrenzt. Ersatz für Milch und Milchprodukte auf Soja-, Hafer-, Dinkel-, Reis- oder Nussbasis sind ebenso wie pflanzliche Brotaufstriche, Gerichte aus Soja (z.B. Tofu, Tempeh) oder Bratlinge aus Gemüse und Getreide (z.B. Seitan) mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt zu finden. Vor dem Hintergrund dieser Alternativen und den Verhältnissen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ein Überdenken der eigenen Konsumgewohnheiten ein guter Start ins neue Jahr.


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