Katzenschwemme in Tierheimen

20.11.2021

Straßenkatzen leiden und sind auf Hilfe angewiesen.

Die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime werden aktuell von einer Flut an Katzen überschwemmt. Darunter sind viele Jungtiere. Der Großteil der Katzen kommt als Fundtiere ins Tierheim. 

„Es gibt immer mehr Straßenkatzen, die entlaufen sind, zurückgelassen oder ausgesetzt wurden und sich unkontrolliert vermehren. Die Lage hat sich teilweise dramatisch zugespitzt und bringt Leid für die Katzen sowie große Herausforderungen für die Tierheime mit sich“, erklärt Dr. Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Über die Gründe für die regionalen Katzenschwemmen kann man bisher nur spekulieren. Die Tierschützer vermuten unter anderem einen Zusammenhang mit dem Haustierboom in der Corona-Zeit. Insbesondere bei den Katzen konnte man 2020 mit einer Million mehr Tieren als im Vorjahr einen deutlichen Anstieg verzeichnen*.

Es ist zu befürchten, dass sich viele Menschen unüberlegt Katzen angeschafft haben und ihrer dann überdrüssig wurden. Zudem könnten durch die hohe Anzahl neuer Tiere auch Engpässe in den Tierarztpraxen und –kliniken für geringere Kastrations-Kapazitäten gesorgt haben. 

Katzenhalter und Kommunen in der Pflicht

"Tiere einfach auszusetzen oder zurückzulassen ist kein Kavaliersdelikt“, macht Gerlach deutlich. Sie appelliert an alle Katzenhalter, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein und eigene Tiere – egal ob Kater oder weibliche Katze – kastrieren zu lassen, wenn diese Freigang nach draußen haben. Außerdem sei es wichtig, Katzen zu kennzeichnen und bei FINDEFIX zu registrieren. Auch die Kommunen sieht der Deutsche Tierschutzbund in der Pflicht: Diese müssten Katzenschutzverordnungen mit einer Pflicht zur Kastration von Freigängerkatzen und einer ergänzten Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht einführen und durchsetzen. Nur so ließe sich die unkontrollierte Vermehrung vermeiden und die Katzen ihren Besitzern eindeutig zuordnen. 

Dramatisches Katzenelend in Duisburg

In Duisburg-Marxloh ist das Ausmaß des Katzenelends aktuell besonders dramatisch: Rund 200 Straßenkatzen leben im Duisburger Norden. Gegen die große Zahl der Tiere gehen Anwohner laut Medienberichten in den letzten Monaten mittlerweile auch brutal vor:Katzen werden gequält und teilweise sogar erschlagen. Gemeinsam mit Tierschutzvereinen und Engagierten vor Ort will der Deutsche Tierschutzbund aktiv helfen – mit Zuschüssen für Kastrationen und der Umsiedlung der Katzen an geeignete Stellen. Der Verband hat an Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link appelliert, sich verantwortlich zu zeigen und die dringend nötige finanzielle und organisatorische Unterstützung zu leisten. 


Kontakt

Deutscher Tierschutzbund
Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

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