Tauben droht Hungertod durch Coronakrise

25.03.2020

Foto: TSB

Das Coronavirus sorgt derzeit fur menschenleere Innenstädte und bedroht damit auch das Leben der Stadttauben. "Tausende Tiere werden elend verhungern, da durch die Schließung von Restaurants, Cafés und Imbissbuden weniger Essensreste anfallen, die den Tauben als Nahrungsgrundlage dienen", sagt Landesvorsitzender Andreas Lindig. In Mainz ist es schon soweit: Hier, so hat die Vorsitzende des Tierschutzvereins gemeldet, wurden schon tote Tauben ins Tierheim gebracht.

Mit dem Appell, die Versorgung der Stadttauben sicherzustellen, richtet sich der Landesverband daher an die Städte – insbesondere an jene, die bislang noch kein wirksames Taubenmanagement etabliert haben. „Da Tauben sehr standorttreu sind, werden sie die Innenstädte nicht verlassen und verhungern, wenn ihnen nicht bald Nahrung zur Verfügung gestellt wird. Da gerade Brutsaison ist, werden auch viele Jungtiere in den Nestern sterben, wenn ihre Eltern sie nicht mehr füttern konnen“, warnt Lindig.

Fütterungsstellen einrichten

Den Tierschützern ist klar, dass die große Zahl an Stadttauben vielerorts ein Problem ist. Dass die Tiere nun qualvoll verenden, durfen die Städte aber nicht zulassen. Die Vorfahren der Stadttauben wurden einst vom Menschen gezüchtet – wir tragen also eine besondere Verantwortung fur diese Tiere. Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Städte in der aktuellen Situation dazu auf, ausreichend kontrollierte Fütterungsstellen einzurichten, an denen den Tauben artgerechtes Futter, wie Mais, Korner oder Sämereien zur Verfügung gestellt wird. Fur die Versorgung der Tiere konnte die Stadt Einzelpersonen beauftragen - Mitarbeiter  des Ordnungsamts, Tierschützer oder andere freiwillige Helfer.

Allgemeine Fütterungsverbote, wie sie in vielen Städten gelten, sind ohne ein alternatives Futterangebot aus Tierschutzsicht generell tierschutzwidrig. In der aktuellen Notsituation ware zu empfehlen, Verstöße gegen Fütterungsverbote ausnahmsweise nicht zu verfolgen, sofern artgemäßes Futter verwendet wird. „Die Tiere vor dem drohenden Hungertod zu bewahren muss jetzt oberstes Gebot sein“.  Im Idealfall erhalten die Tiere in dafür errichteten Taubenschlägen Nahrung und Wasser, außerdem werden ihnen Nistplätze zur Verfügung gestellt. Gelegte Eier konnen hier durch Gips-Attrappen ausgetauscht und die Zahl der Tauben so tierschutzgerecht reduziert werden. „In Zeiten von Corona muss den Tauben jetzt zumindest Nahrung zur Verfügung gestellt werden, damit ihnen die Untätigkeit der meisten Städte in den letzten Jahren nicht zum Verhängnis wird.“


Kontakt

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