Deutscher Tierschutzbund

Gegen Katzenelend: Kastrationsaktion vom 18. bis 30 Januar

03.01.2016

Der Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes und die meisten seiner Mitgliedsvereine  führen vom 18. bis 30. Januar zum wiederholten Mal ein Projekt zu einem Thema durch, das Tierschützern seit Jahren unter den Nägeln berennt: Das Elend frei lebender Katzen.

Katzenflut, Katzenelend, Katzenplage - das sind Entwicklungen, die von den Tierschutzvereinen mit Sorge gesehen werden. Es gibt zu viele Katzen, die Tierheime sind ganzjährig voll belegt.   In den Städten und Gemeinden gibt es immer mehr ausgesetzte und herrenlose Katzen, die halbverhungert, geplagt von Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose, Augenkrankheiten, befallen von Flöhen und Würmern, ihr Dasein fristen.

Für Tierfreunde gibt es nur einen Weg, das Katzenelend einzudämmen: Frei lebende, aber auch von Menschen gehaltene Katzen dürfen sich nicht weiter unkontrolliert vermehren.  Bei der Aktion, 2006 ins Leben gerufen vom Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Rheinland-Pfalz, sollen Katzen  im Frühjahr kastriert werden, damit sie im Sommer keine Jungen bekommen. Da eine Kastration bei deren Besitzern oftmals an den notwendigen finanziellen Mitteln scheitert, bieten  Tierschutzvereine  in der Aktions-Zeit  hier Hilfe an.

Hilfe für Katzenhalter

Wer sein Tier während der beiden Wochen unfruchtbar machen lässt und die vom teilnehmenden Tierarzt ausgestellte Bescheinigung bei den Vereinen vorlegt, bekommt einen Zuschuss gezahlt. Finanziert wird die Aktion mittels eines Kastrationsfonds, bestehend aus Spenden der teilnehmenden Tierärzte und der Vereine. Ob ein Tierarzt an der Aktion teilnimmt, erfahren Interessierte bei diesem selbst oder bei den teilnehmenden Tierschutzvereinen.  

In diesem Jahr sind diese Vereine dabei:   Förderverein Eifeltierheim TSV Andernach, Tierhilfe Rhein-Hunsrück TSV Kusel Tierhilfe Obere Nahe Tierhilfe Eifelkreis TSV Bürger gegen Tiermissbrauch Bad Dürkheim TSV Kirn TSV Koblenz TSV Mainz TSV Trier TSV Menschen helfen Tieren Worms TSV Worms TSV Ludwigshafen TSV Schifferstadt TSV Haßloch TSV Waldfischbach Burgalben Tierhelfer Ingelheim TSV Bingen        

 

Hintergrund:  

Die Tierheime sind bereits seit Jahren am Rande der Aufnahmekapazitäten und werden in Zukunft kaum noch mehr ungewollte Katzen aufnehmen können. Immer mehr Tiere werden ausgesetzt gefunden, immer mehr Tierhalter bringen in Zeiten von Hartz IV ihre Katzen ins Tierheim  - immer öfter wird als Angabegrund "Geldmangel" genannt. Und: In den meisten Fällen sind die Tiere nicht kastriert, nicht selten sogar trächtig, wenn die dem Tierheim übergeben werden.

In den Mitgliedsvereinen des Landesverbandes Rheinland-Pfalz sind pro Jahr rund mehr als 10000 Katzen zu versorgen. Hierfür müssen dann pro Jahr insgesamt rund  800.000 Euro aufgewendet werden.   Diesen Betrag können die Vereine kaum noch schultern. Deshalb ist es dringend geboten, dass endlich die Kommunen an ihre Pflicht erinnert werden. Es kann nicht sein, dass die meisten Gemeinden die Tierschutzvereine mit Zuschüssen abspeisen, die undiskutabel sind. „Es muss endlich kostendeckend gearbeitet werden“, so Landesvorsitzender Andreas Lindig. Sie besitzen  seit dem  In-Kraft-Treten des Artikels 20a Grundgesetz (Staatsziel Tierschutz) einen direkten Handlungsauftrag, den Schutz der Tiere direkt und aktiv zu fördern. Länder, Kommunen und Tierärztekammer sind gleichermaßen aufgerufen, das Problem der Katzenüberpopulation  mit den Tierschutzvereinen gemeinsam zu lösen – auch durch Zuschüsse zu Kastrationsaktionen.     

Der Tierschutzbund fordert zur Eindämmung des Katzenelends die Bundesregierung auf, mit den Ländern gemeinsam eine bundesweit einheitliche Katzenschutzverordnung zu erlassen, die ein Kastrationsgebot für privat gehaltene Katzen mit Freigang beinhaltet. Bis zum Zustandekommen einer bundesweit gültigen Katzenschutzverordnung sind die Kommunen aufgefordert, Kastrationsgebote als kommunale Satzungen zu erlassen. Als eine der  ersten Kommune hat Worms eine Kastrationspflicht für Katzen in seine Gefahrenabwehrverordnung aufgenommen - allerdings hat die Aufsichtsbehörde, die ADD Trier, bislang noch nicht ihr Plazet dazu gegeben. (Foto: TSV Worms)


Kontakt

Deutscher Tierschutzbund
Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

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Tel. 06 51 5 37 98 / Fax 06 51 5 61 02 61
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